Danke, Heque
25. März 2026 / Jens
Meine liebe Heque,
diese Zeilen sollten nie geschrieben werden aber bedeuten mir sehr viel und entstanden zum Teil kurz vor deinem Tode. Als ich wenige Tage vor dem 14. Februar von deinem Stadium erfuhr, war diese unglaubliche Leere, die ich nicht anders zu behandeln wusste, als erst einmal in alten Bildern und Texten zu stöbern. Das hat mir ein wenig geholfen, um klar zu kommen und um mich nicht mit dem hier und jetzt beschäftigen zu müssen und mich trotzdem mit dir zu verbinden.
Die Skizze von dir fand ich damals so schön, das war auf deinem akkurat geordneten Schreibtisch in deiner Dresden-Altona Wohnung. Ich habe dich gesehen mit einem Hard Rock Café Venicia (!) T-Shirt bei dir aus dem Hausflur laufend. Eine Ansage!!! Ich habe dich gesehen mit mir in der Volksbühne Berlin bei quälender Länge eines Jonathan Meese. Auf den Dächern überm Friedrichshain, der Fusion und im Pulk der Mareschstraße in Berlin oder zu fernsten Anfängen des Weges am Kicker auf dem Berg. Der erste Nagellack – natürlich in Pastell – auf den Fingernägeln meiner Tochter, ein Geschenk von dir. So wie vieles immer ein Geschenk war mit dir – die Welt, Menschen und Objekte durch deine Augen zu sehen, hat auch mich verändert.
Unsere beiden Wege im Leben hatten sich in völlig andere Realitäten verschoben, gleichzeitig habe ich dich in Form deiner Arbeiten immer bewundernd verfolgt. Ich möchte dir auf diesem letzten Wege irgendwie mitteilen, dass du immer präsent bleibst. Deine Liebe zu deiner Arbeit und zum Leben. Dein „Manchmal darf man im Leben keine Kompromisse eingehen“ hat in unserem Haus eine geflügelte Bedeutung und ist immer mit dir verbunden.
Ich bin dem Universum so dankbar, dass sich unsere Wege für eine gewichtige Zeit überschnitten haben und es uns nebeneinander laufen lassen hat. Dankbarkeit und Demut.
Dein Jens