Bis gleich
10. March 2026 / Hannes
Oh Gott, H. Wo fange ich bloß an? Wie gerne würde ich dir davon erzählen, wie surreal diese letzten Wochen waren. Du würdest mir mit großen Augen und einem ungläubigen Blick zuhören und ich würde versuchen dir zu beschreiben, wie unendlich absurd es ist, dass du jetzt tot bist. Von der Diagnose, von deiner Feuerbestattung und von den Nachrufen in den Zeitungen. Und dann würden wir gemeinsam darüber lachen, so wie früher. Wie wir immer gelacht haben über das Unheimliche. Über Zwickau, über Sachsen. Und wie es sich danach immer ein bißchen weniger bedrohlich angefühlt hat.
Oh, H. Ich verdanke dir so viel. Du warst ohne zu zögern am Start, als ich an meinem tiefsten Punkt war. Dein Sofa, dein kleiner Küchentisch, deine warme Zugewandtheit, immer eine Einladung. Ausruhen, Mut sammeln, weitermachen. Pläne machen. Von der Zukunft träumen. Die Art, wie du gekämpft hast, unerschrocken, hartnäckig und mit einem Scherz auf den Lippen. Wie du dir die Welt Stück für kleines Stück begreiflich gemacht hast, Zeichnung um Zeichnung, Foto um Foto, Schrankwand um Schrankwand.
Ich würde dir so gerne sagen, wie unglaublich schmerzhaft es ist diese Zeilen zu schreiben. Wie entmutigend es sich anfühlt, ohne dich weitermachen zu müssen. Wie desorientierend dein Tod ist. Du würdest mir die Hand auf die Schulter legen und mir sagen dass ich jetzt nicht aufgeben kann. Dass es weitergehen muss. Und dann würden wir lachen weil es so pathetisch ist.
Ich umarme dich. Danke für alles.
See you on the other side.